Informationsmanagement

KOKOS – Kooperation mit freiwilligen Helfern in komplexen Schadenslagen

Motivation

Lang andauernde Stromausfälle, schwere Stürm und nicht zuletzt Hochwasserereignisse wie  in Süddeutschland 2013 zeigen, wie anfällig unsere Gesellschaft bei Schadensereignissen ist. Ein Schlüssekfaktor für die effektive Reaktion auf solche Szenarien ist die verbesserte Koordination zwischen Behörden, Unternehmen und der Bevölkerung. In den vergangenen Jahren haben das Internet und insbesondere soziale Medien neue Möglichkeiten geschaffen, schnell Informationen zu verbreiten, sowie sich zusammenzuschließen, um gemeinsame Hilfsaktivitäten zu koordinieren. Durch eine sinnvolle Zusammenarbeit von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) und der Bevölkerung lässt sich die Sicherheit auch jenseits teurer Infrastrukturinvestitionen verbessern, sowie die Selbsthilfefähigkeit von Bürgerinnen und  Unternehmen besser strukturieren und nutzen.

Ziel

Ziel des durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 1,8 Millionen Euro geförderten Projektes ist es, Methoden, technische Konzepte sowie IT-Werkzeuge zu entwickeln, um die Öffentlichkeit als aktiven Partner in das Krisenmanagement einzubeziehen und eine Kooperation anzustreben. Das Forschungsprojekt Kokos wird von der Universität Siegen, der Universität Stuttgart und der VOMATC International GmbH gemeinsam durchgeführt. Assoziierte Partner bestehend aus Hilfsorganisationen, Behörden und der Zivilgesellschaft begleiten die Forschungsarbeiten intensiv.

Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen von Mai 2015 bis April 2018, wie bereits vorhandene gesellschaftliche, wirtschaftliche und zivile Strukturen, wie zum Beispiel Sport- oder Kulturvereine, Bürgerinitiativen oder Wirtschaftsunternehmen in die Bewältigung größerer Krisenlagen sinnvoll einbezogen werden können. Bei einem Ausfall von kritischen Infrastrukturen könnten beispielsweise Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Tafeln mit ihrem logistischen Erfahrungsschatz bei der Versorgung der Bevölkerung helfen.

Arbeitsziele

Analyse bürger- und industriespezifischer Selbsthilfepraktiken sowie Potenziale zur Integration in Prozesspraktiken von Behörden sowie Konzepte und Instrumente

  • für das Zusammenspiel von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) und nicht-professioneller Akteursgruppen
  • zur Abstimmung innerhalb der Selbsthilfegemeinschaft und bereits vorhandenen gesellschaftlichen Strukturen
  • für eine koordinierte Transformation von Betroffenen-Communities in Selbsthilfegemeinscahften
  • zur Aufbereitung von Bürger-initiierter und industrieller Selbsthilfeaktivität

Die Universität Stuttgart leitet hierbei 5 Arbeitspakete mit den Schwerpunkten auf

  • der Analyse von bereits bestehenden (zivil-) gesellschaftlichen Selbsthilfepraktiken. Hier ist insbesondere die Selbstorganisationsfähigkeit von Interesse
  • der Motivationsanforderungen zur aktiven Bürger- und Unternehmenspartizipation. Leitfragen: Welche Ansatzpunkte für eine Zusammenarbeit von BOS und gesellschaftlichen Akteuren gibt es und wie müssen Bürger angesprochen werden?
  • der Erarbeitung eines Konzepts zur Organisations- und Prozessmodellierung aktiver Bürger- und Unternehmensintegration auf Basis von Prozessmodellen.
  • der Erarbeitung eines Konzepts zur Aufbereitung von Selbsthilfeaktivitäten für zukünftige strategische Maßnahmen bei BOS
  • der Erarbeitung von Konzepten und Empfehlungen für die Entwicklung kollaborativer Resilienz auf regionaler Ebene