SECUR-ED

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IT-Systeme spielen eine zunehmend wichtige Rolle für die Bewältigung von Notfällen und Katastrophen. Insbesondere gilt dies im Nahverkehr, wo große Menschenmassen nach einem Fahrplan in der Öffentlichkeit bewegt werden müssen, was IT-Systeme zur Steuerung und Sensoren zum erkennen von Störungen äußerst attraktiv macht. Die Nahverkehrsbetreiber sind nicht untätig geblieben und haben Systeme eingeführt, die ihre Kunden schützen. Da dieser Innovationsschub jedoch nicht zentral koordiniert wurde, ergibt sich bei der heute oft geforderten grenzübergreifenden Integration der sicherheitsrelevanten Systeme ein Problem. Um versenkte Kosten zu vermeiden, bietet sich ein Interoperabilitäts-Ansatz an, der die verschiedenen existierenden Systeme zu einem Metasystem integriert.

SECUR-ED (Secure Urban Mass Transportation – European Demonstrator) ist das neue Flaggschiffprojekt der EU im Bereich zivile Sicherheit. Ziel ist es, einen Mix von interoperablen Technologien, etwa Sensoren oder Informationssysteme, und Best-Practice-Vorgehensmodellen aus so unterschiedlichen Bereichen wie Risikomanagement oder Training zu identifizieren und im realitätsnahen Piloteinsatz in den europäischen Großstädten Berlin, Paris, Mailand und Madrid zu erproben. Seine 40 Partner trafen sich zur Auftaktveranstaltung am 3. und 4. Mai 2011 in Paris, wo u.a. das dortige Testgebiet des Verkehrsknotenpunkts La Defense besichtigt wurde.

Das Fraunhofer IAO übernimmt in SECUR-ED mehrere zentrale Aufgaben. Auf der Grundlage einer Übersicht über existierende Interoperabilitäts-Ansätze wird ein grundlegender Meta-System-Ansatz zur Strukturierung der Demonstratoren in SECUR-ED erarbeitet. Dieser umfasst sowohl Bausteine für die Gesamtarchitektur, als auch eine Schnittstellensprache zur klaren Definition von Austauschformaten und -prozessen. Darüber hinaus soll ein Multitouch-System entstehen, das es ermöglicht, aggregierte Informationen aus verschiedenen Datenquellen integriert darzustellen und insbesondere in ihrem zeitlichen Verlauf zu analysieren und so Hilfestellung bei der Vorsorge, Bewältigung und Nachbereitung kritischer Situationen gibt. Schließlich erarbeiten die IAO-Experten Modellierungsbausteine und Simulationskonzepte, die es erlauben, verschiedene Szenarien der Zusammenarbeit durchzuspielen. Ferner wird das institutionenübergreifende Kompetenzmanagement für die vielen beteiligten Akteure an Bahnhöfen systematisch unterstützt.

SECUR-ED mit seinen Partnern aus Betreibern, Industrie und akademischen Institutionen stellt eine bis hierhin so nicht dagewesene Initiative zur Erhöhung der Sicherheit im öffentlichen Eisenbahnverkehr da. Als Demonstrationsprojekt zielt es nicht darauf ab, neue Technologien zu entwickeln, sondern bestehende, unter hohem Aufwand hergestellte Produkte so praxisnah wie möglich dem Markt zuzuführen.